Niederösterreichischer Tennisverband
ATP Turniere

Miedler stürmt zum 3. Doppeltriumph beim Generali Open Kitzbühel

Das ÖTV-Ass macht im Titelkampf des ATP-250-Events gemeinsam mit Marc Polmans kurzen Prozess.
Verfasst von: Presseaussendung / Redaktion, 25.07.2026
© GEPA pictures / Daniel Schönherr
Bei der Siegerehrung von links nach rechts: 2. Jakob Schnaitter und Mark Wallner, 1. Marc Polmans und Lucas Miedler.

Sechs französische Finalisten im Einzel hatte es in den vergangenen 43 Jahren der über 80-jährigen Turniergeschichte bereits gegeben, einen französischen Turniersieger jedoch noch nie – bis zu diesem Samstag: Quentin Halys feierte ausgerechnet gegen Titelverteidiger Alexander Bublik seinen ersten ATP-Titel. Auch aus heimischer Sicht gab es Grund zum Jubeln: Lucas Miedler setzte sich gemeinsam mit seinem Partner Marc Polmans im Doppel durch und holte seinen dritten Titel in Kitzbühel. Zwei Wochen Spitzentennis, volle Tribünen und große Begeisterung: Die Veranstalter des Generali Open Kitzbühel zogen nach der Premiere des WTA-125-Turniers und der 82. Auflage des ATP-250-Events ein äußerst positives Resümee. Rund 51.500 Besucherinnen und Besucher kamen während der Herrenturnierwoche auf die Anlage.

Lucas Miedler und sein Partner Marc Polmans haben auch am Abschlusstag des Generali Open Kitzbühel für Begeisterungsstürme gesorgt. Bloß wenige Tage nach ihrem Triumph in Gstaad legten der Niederösterreicher (ATP-Doppel 21) und der Australier (ATP-Doppel 26) in Kitzbühel nach. Das zweitgesetzte Team fertigte im Endspiel die Deutschen Jakob Schnaitter (ATP-Doppel 35) und Mark Wallner (ATP-Doppel 35) nach lediglich 57 Minuten Spielzeit überraschend deutlich mit 6:2, 6:2 ab. Miedler/Polmans hielten sich hiermit auch bei ihrem erst zweiten gemeinsamen Turnierstart schadlos und sind nach acht Matches noch immer ungeschlagen.

Für Miedler war es der insgesamt 13. ATP-Doppeltitel seiner Karriere, schon der dritte in der Gamsstadt nach 2021 und 2023, als er jeweils mit seinem derzeit rekonvaleszenten Stammpartner Alexander Erler triumphiert hatte. Mit dem Tiroler Lokalmatador, der hier auch im Jahr 2024 mit dem Deutschen Andreas Mies gewonnen hatte, zog Miedler somit bei der Anzahl der Kitz-Coups wieder gleich. Mit den 250 eroberten ATP-Punkten wird er am Montag unter die Top 20 der Doppelweltrangliste zurückkehren und mit Platz 19 gar ein neues Career High verbuchen können. 16.205 Euro Preisgeld pro Kopf gab es für die diesjährigen Champions obendrauf.

Einmal mehr unermüdlich peitschte das Heimpublikum Miedler/Polmans, die alle ihr vier Partien auf dem Center Court austragen durften, zum Sieg. Bei dieser Stimmung geriet Miedler ins Schwärmen: „Es gibt nichts Vergleichbares. Allein dieses Zweitrundenmatch, das wir mit 14:12 doch noch überstanden haben – die Atmosphäre, die dabei auf dem Platz entstanden ist, war unbeschreiblich“, meinte der 30-Jährige und richtete sich bei der Siegerehrung auch an Schnaitter/Wallner: „Ihr seid zwei meiner besten Freunde auf der Tour, deshalb ist es immer schwierig, gegeneinander zu spielen. Wir haben es heute aber sehr gut gelöst. Ich hoffe, ihr seid uns nicht ganz so böse – aber zu Hause zu gewinnen, fühlt sich einfach sehr gut an“, grinste er.

Halys bricht französischen Finalbann

Seit Henri Leconte 1983 das Kitzbühel-Endspiel gegen Guillermo Vilas verloren hatte, hatte es fünf weitere französische Finalisten in Kitzbühel gegeben. Im vergangenen Jahr war es Arthur Cazaux gewesen, der gegen Alexander Bublik im Finale damals das Nachsehen gehabt hatte. An diesem Samstag wendete Quentin Halys (ATP 83) das Blatt und feierte durch ein 6:4, 7:6 (6) über den topgesetzten Kasachen Bublik (ATP 11) bei seinem erst zweiten Finaleinzug seinen ersten Titel auf der ATP-Tour.

Das Endspiel stand dabei im Finish auf des Messers Schneide. Im Tiebreak des zweiten Durchgangs wehrte der aufschlagstarke 29-Jährige, der 17 Asse servierte, auch einen Satzball ab. „Ich war nervös, schließlich habe ich mein letztes Finale vor zwei Jahren gespielt. Man hat nicht jede Woche die Chance, in einem Finale zu stehen. Deshalb wollte ich alles geben. Jetzt bin ich einfach glücklich, dass ich der erste französische Spieler seit sehr, sehr langer Zeit bin, der hier gewinnen konnte. Ich weiß ja, wie erfolgreich die Franzosen hier im Skifahren sind“, lächelte Halys.

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Bei der Siegerehrung von links nach rechts: 2. Alexander Bublik, 1. Quentin Halys.

Erfolgreiches Tennisfestival: Fans feiern 2 Wochen Spitzentennis in Kitzbühel 

Von Donnerstag bis Samstag war der Center Court in diesem Jahr ausverkauft, auch am Mittwoch waren nur noch knapp 100 Tickets verfügbar gewesen. Zeitweise verfolgten zusätzlich mehr als 1000 Fans das Geschehen auf den Außenplätzen und auf dem Veranstaltungsgelände. „Wir ziehen nach der 82. Auflage ein sehr positives Resümee. Wir sind glücklich mit dem Wetter – nach dem vergangenen Jahr hatte der Wettergott einiges gutzumachen. Die Tennisfans haben hier eine große Party gefeiert, die Stimmung war großartig“, erklärte Turnierdirektor Alexander Antonitsch.

Einziger sportlicher Wermutstropfen war das frühe Ausscheiden der heimischen Einzelspieler: „Ein Österreicher im Viertelfinale wäre natürlich großartig gewesen. Im Doppel hat man bei Lucas Miedler gesehen, was auf den Tribünen los ist, wenn noch ein Österreicher auf dem Platz steht. Entscheidend ist aber: Die Fans haben das Tennis gefeiert – und genau darum geht es.“

WTA-Premiere bringt zusätzlichen Schwung

Als großer Erfolg erwies sich das erstmals ausgetragene WTA-125-Turnier in der Woche vor dem ATP-Event. Vor allem das Finalwochenende mit Sinja Kraus und Julia Grabher sorgte für großes Interesse und bescherte Kitzbühel ein rein österreichisches Endspiel. „Dass zwei Österreicherinnen im Finale standen, war für uns natürlich der Jackpot. Wir haben am Wochenende enorm davon profitiert und wesentlich mehr Tickets verkauft“, wusste auch Turniergeschäftsführer Florian Zinnagl.

Auch organisatorisch habe sich die Kombination bewährt. Die Spielerinnen hätten zahlreiche positive Rückmeldungen gegeben, der Grandstand habe sich als attraktive Bühne erwiesen. Die Halbfinalspiele und das Finale auf dem Center Court unterstrichen zusätzlich den sportlichen Stellenwert des Turniers. „Die enge Verbindung mit dem etablierten ATP-250-Turnier ist für das Damenturnier ein großer Vorteil. Es profitiert von den bestehenden Strukturen, der Infrastruktur und unserer langjährigen Erfahrung. Als eigenständige Veranstaltung wäre diese Qualität wirtschaftlich nur schwer darstellbar“, erklärt Zinnagl.

Eine parallele Austragung komme aufgrund der verfügbaren Platzkapazitäten jedoch nicht infrage. Das Modell mit zwei aufeinanderfolgenden Turnierwochen habe sich als richtige Lösung erwiesen.

Damen langfristig in Kitzbühel halten

„Geht es nach uns, sind die Damen gekommen, um zu bleiben. Wir möchten das Turnier langfristig in Kitzbühel halten und Schritt für Schritt weiterentwickeln“, betonten die Veranstalter. Weitere Entwicklungsschritte hängen allerdings eng mit der künftigen Gestaltung des internationalen Tenniskalenders zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die europäische Sandplatzphase nach Wimbledon ab 2028 teilweise auf Hartplatz ausgetragen wird. Viele Spieler wechseln bereits früh auf Hartplatz, um sich auf die nordamerikanische Turnierserie und die US Open vorzubereiten.

„Es gibt eine klare Tendenz in Richtung Hartplatz während dieser beiden Sommerwochen. Das befürworten einige Veranstalter. Wir nehmen noch eine abwartende Haltung ein. Die Entscheidungen sollen voraussichtlich rund um die ATP Finals im November fallen. Wir sind auf sämtliche Szenarien vorbereitet“, erklärte Antonitsch. „Erst wenn die Rahmenbedingungen feststehen, können wir seriös beurteilen, welche Entwicklungsschritte für das WTA-Turnier sinnvoll, realistisch und wirtschaftlich tragbar sind“, so Zinnagl. „Die erfolgreiche Premiere hat aber gezeigt, welches Potenzial in der Verbindung von Damen- und Herrentennis in Kitzbühel steckt.“

Nach zwei intensiven Turnierwochen fällt die Bilanz äußerst positiv aus: Rund 51.500 Fans beim ATP-Event, mehrfach ausverkaufte Tribünen, ein österreichisches WTA-Finale und eine Stimmung, die Kitzbühel einmal mehr als außergewöhnlichen Tennisstandort auszeichnete.

Hier alle Ergebnisse des ATP-250-Turniers in Kitzbühel. Tickets und weitere Informationen

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