NÖ Open powered by EVN: Brunold im Finale gegen Reis da Silva
Das Finale (Sonntag, 12:30 Uhr, live auf ÖTV TV unter www.oetv.tv und auf ORF SPORT+) der NÖ Open powered by EVN (6. bis 13. September 2026) steht fest – und bringt am Sonntag ein Duell zwischen einem Qualifikanten und einem ungesetzten Spieler. Der aus der Vorausscheidung gekommene Schweizer Mika Brunold (ATP 410) setzte seinen beeindruckenden Erfolgslauf mit einem klaren 6:0, 6:2 gegen den viertgesetzten Ukrainer Vitaliy Sachko (ATP 188) fort und trifft in der Gartenstadt Tulln im Endspiel auf Joao Lucas Reis da Silva. Der Brasilianer (ATP 282) präsentierte sich auch gegen den achtgereihten Argentinier Alex Barrena (ATP 235) äußerst konstant und zog mit einem souveränen 6:2, 6:3 in sein zweites ATP-Challenger-Finale des Jahres ein.
Brunold begeisterte bei den NÖ Open powered by EVN mit einer wahren Halbfinalgala. Der Eidgenosse ließ Sachko im ersten Semifinale auf dem bestens besuchten Center Court keine Chance und zog überzeugend erstmals in seiner Karriere in ein ATP-Challenger-Finale ein.
Brunold war vom ersten Ballwechsel an präsent und drückte der Partie sofort seinen Stempel auf. Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk, gleichzeitig variabel und immer wieder mit überraschenden Lösungen, ließ der 21-Jährige seinen Gegner überhaupt nicht ins Spiel kommen. Sachko, der schnelle und flache Ballwechsel bevorzugt, fand kein Mittel, um den Rhythmus des Schweizers zu durchbrechen. Nach gerade einmal 20 Minuten machte Brunold den ersten Satz mit einem sehenswerten Rückhand-Longline-Winner zum 6:0 perfekt.
„Ich war sehr gut vorbereitet und habe wirklich bei jedem Punkt versucht, alles zu geben und das Maximum herauszuholen. Das hat sehr gut geklappt“, erklärte Brunold. Auch taktisch ging sein Plan voll auf: „Ich wusste, dass er gerne flache Bälle spielt. Deshalb habe ich versucht, zu variieren und auch einmal höhere Bälle einzustreuen. Vor allem im ersten Satz hat er dadurch überhaupt keinen Rhythmus bekommen.“
Zu Beginn des zweiten Durchgangs fand Sachko besser in die Partie und erspielte sich gleich mehrere Breakmöglichkeiten. Brunold wehrte alle drei ab – und brachte den Schweizer Express anschließend wieder auf Touren. Mit seinem unkonventionellen und abwechslungsreichen Spiel hielt er Sachko permanent unter Druck und spielte seine Chancen eiskalt aus. Nach nur 1:11 Stunden verwertete Brunold seinen ersten Matchball.
„Es ist mein erstes Challenger-Finale. Ich bin sehr froh und sehr glücklich über meine Leistung heute“, sagte Brunold, der von einem perfekten Tennistag dennoch nichts wissen wollte: „Einen perfekten Tag gibt es nicht. Ich kann immer noch viele Sachen besser machen. Aber ich habe um jeden Punkt gekämpft und jedes Mal versucht, mein Bestes zu geben.“
Der Erfolgslauf in Tulln macht sich mittlerweile auch in der Weltrangliste bemerkbar. Als Nummer 410 der Welt ins Turnier gestartet, wird Brunold vor dem Finale im ATP-Liveranking bereits auf Position 326 geführt. Nach zwei Siegen in der Qualifikation und vier Erfolgen im Hauptbewerb steht er damit bei sechs Siegen innerhalb einer Woche. Dass er tatsächlich bis zum Finalsonntag bleiben würde, hatte Brunold übrigens schon früh nach seinem ersten Spiel angekündigt – mit Unterstützung eines Glückskekses. „Bevor ich es geöffnet habe, habe ich meinem Coach gesagt: Was da drinsteht, gilt für diese Woche.“ Die Botschaft: „Nothing will stop you, you’ll win.“
Reis da Silva setzt seinen Lauf fort
Im zweiten Semifinale bestätigte Reis da Silva die starke Form, die ihn bereits durch die gesamte Turnierwoche getragen hatte. Der 26-Jährige agierte gegen Barrena von Beginn an äußerst solide, hielt mit seinen druckvollen Schlägen konstant eine starke Länge und nützte konsequent aus, dass der Argentinier phasenweise weit hinter der Grundlinie agierte. Reis da Silva diktierte dadurch zahlreiche Ballwechsel und brachte das Geschehen unter Kontrolle.
Auch im zweiten Durchgang erwischte der Brasilianer den besseren Start und nahm Barrena früh den Aufschlag ab. Er ließ sich nicht mehr aus dem Konzept bringen, hielt seinen Druck aufrecht, holte sich das nächste Break und zog sein hohes und vor allem konstantes Niveau bis zum letzten Ballwechsel durch und ging dadurch klar als Sieger vom Platz.
„Es fühlt sich richtig gut an. Ich bin sehr glücklich, weil es mein zweites Finale in diesem Jahr ist und die vergangenen Monate mit vielen Höhen und Tiefen nicht einfach waren“, erklärte Reis da Silva. Vor seinem Auftritt in Tulln hatte er bei fünf Turnieren in Folge jeweils zum Auftakt verloren. „Das ist das Schöne am Tennis: Jede Woche bekommt man eine neue Chance. Hier habe ich von Match zu Match gedacht und mein Niveau immer weiter gesteigert.“
Als Schlüssel gegen Barrena sah er die Mischung aus Sicherheit und offensivem Spiel: „Alex ist ein sehr guter Wettkämpfer und unglaublich solide. Ich wollte ihm deshalb keine einfachen Punkte schenken und dann selbst aggressiv werden. Als mir das erste Break gelungen ist, konnte ich etwas befreiter spielen.“
Vor dem Finale gegen Brunold ist der Respekt groß. „Mika spielt momentan sehr gutes Tennis. Er ist ein sehr guter Spieler, spielt aggressiv, kommt aus der Qualifikation und hat hier schon viele starke Gegner geschlagen. Ich erwarte einen großen Kampf“, so Reis da Silva. Mit der konkreten Vorbereitung wollte er sich unmittelbar nach dem Semifinale allerdings noch Zeit lassen: „Jetzt genieße ich erst einmal diesen Moment mit meinem Team. So ein Gefühl hat man schließlich nicht jede Woche.“
NÖTV ehrt vier Mannschaftsmeister:innenteams
Für einen besonderen Rahmen zwischen den beiden Einzelsemifinalspielen sorgte am Samstag auch der Niederösterreichische Tennisverband. NÖTV-Präsidentin Petra Schwarz und Vizepräsident Hans Kirchknopf ehrten mit dem SV Hernstein (Herren 70+), KTK Krems (Herren 35+), UTC Mistelbach (Damen, Allgemeine Klasse) und TC Brunn (Damen 35+) vier Mannschaftsmeister:innenteams auf dem Center Court.
Die Tickets für die Turnierwoche sind an den oeticket-Vorverkaufsstellen, online unter http://www.oeticket.com/artist/noe-open oder während des Turniers vor Ort (Barzahlung) – solange der Vorrat reicht – erhältlich. Alle Informationen zu den NÖ Open powered by EVN finden Sie unter www.noeopen-tulln.at.