Niederösterreichischer Tennisverband
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NÖ Open powered by EVN: Neumayer gewinnt Marathonmatch

… und hält beim ATP-Challenger in Tulln im Einzel Österreichs Fahne hoch. Filip Misolic scheidet aus.
Verfasst von: Presseaussendung / Redaktion, 10.09.2026
© Manfred Binder
Lukas Neumayer bleibt in Tulln im Rennen.

Lukas Neumayer hält bei den NÖ Open powered by EVN (6. bis 13. September 2026) die rot-weiß-roten Hoffnungen im Einzel am Leben. Der Finalist von 2024 (ATP 191) setzte sich am Donnerstagabend in einem hochklassigen und dramatischen Achtelfinalmatch nach knapp drei Stunden gegen den Argentinier Juan Manuel La Serna (ATP 289) mit 7:5, 6:7 (9), 6:1 durch und steht damit als einziger Österreicher im Viertelfinale. Dort trifft der Salzburger auf Joao Lucas Reis da Silva (ATP 282), der sich ebenso wie sein brasilianischer Landsmann Gustavo Heide in zwei Sätzen durchsetzte. Für Filip Misolic (ATP 537) war hingegen gegen den Schweizer Qualifikanten Mika Brunold (ATP 410) nach drei Sätzen Endstation.

Die Partie zwischen Neumayer und La Serna war von Beginn an von zahlreichen Breaks geprägt. Nach einem offenen Start fand Neumayer zunehmend seinen Rhythmus und erarbeitete sich einen Vorteil. Beim Stand von 5:4 und 40:15 hatte der Salzburger bei eigenem Aufschlag bereits zweimal die Chance, den ersten Satz zu beenden, musste jedoch das Break hinnehmen. La Serna konnte seinen Aufschlag anschließend ebenfalls nicht durchbringen, Neumayer stellte auf 6:5 und wehrte in seinem nächsten Servicegame einen Breakball ab, ehe er den ersten Satz bei der insgesamt vierten Gelegenheit mit 7:5 unter Dach und Fach brachte.

Auch im zweiten Durchgang schenkten sich die beiden nichts. Neumayer erspielte sich erneut Vorteile und eine 2:0-, 3:1- und 5:3-Führung, schaffte es aber nicht, die Partie bei eigenem Aufschlag zu beenden. Die Entscheidung musste im Tiebreak fallen – und dort entwickelte sich ein Tenniskrimi auf hohem Niveau. Der 24-Jährige wehrte mit einem Vorhandwinner einen Satzball ab, auf der Gegenseite entschärfte La Serna zwei Matchbälle des Österreichers. Beide gingen volles Risiko, ehe sich der Südamerikaner schließlich den zweiten Abschnitt sicherte und den Entscheidungssatz erzwang.

„Mein Level war heute richtig gut. Das Problem war nur, dass es die ganze Zeit ein Auf und Ab war. Ich war vorne, hatte Breakvorsprung – und innerhalb einer Minute war das Rebreak da. Deshalb hat sich das Match auch so gezogen“, bilanzierte Neumayer. „Natürlich ist es ein bisschen ärgerlich, dass ich vielleicht eine Stunde länger auf dem Platz gestanden bin als es notwendig gewesen wäre. Aber vom Level her war es eine klare Steigerung zur ersten Runde.“

Fulminanter Neumayer lässt im 3. Satz nichts anbrennen

Den bitteren Verlust des zweiten Satzes steckte Neumayer bemerkenswert schnell weg. Der 24-Jährige erhöhte im Entscheidungssatz noch einmal das Tempo, startete sofort mit einem Break und zog auf 3:0 davon, La Serna musste sich daraufhin am linken Oberschenkel behandeln lassen. Der Salzburger hielt den Druck hoch, gönnte seinem Gegner kaum noch Verschnaufpausen und machte mit einem klaren 6:1 den Viertelfinaleinzug perfekt.

„Am Schluss habe ich im dritten Satz wirklich gutes Tempo gespielt. Dass du nach so einem bitteren zweiten Satz ruhig bleibst und dann trotzdem 6:1 gewinnst, darüber bin ich schon sehr happy“, erklärte Neumayer, der auch körperlich keinerlei Probleme verspürte. „Mir ist es richtig gut gegangen. Ein Best-of-five-Match wäre heute auch gegangen. Gerade weil extrem lange Ballwechsel dabei waren, war ich selbst ein bisschen überrascht, dass es körperlich so gut funktioniert hat.“

Nun wartet mit Reis da Silva der nächste Südamerikaner. „Ich habe am Montag mit ihm trainiert. Er ist ein richtig guter Spieler und sehr gut in Form. Vom Level her wird es ähnlich wie heute sein. Aber diese Schwächephasen, die ich heute hatte, darf ich mir morgen nicht erlauben“, weiß Neumayer. An seinen Chancen zweifelte er dennoch nicht: „Wenn mir das gelingt, glaube ich, dass ich das auf jeden Fall wieder gewinnen kann.“

Misolic muss sich nach hartem Kampf Brunold geschlagen geben

Nach einer rund zweistündigen Regenverzögerung zu Beginn des Spieltages erwischte Misolic gegen Brunold einen denkbar schlechten Start. Der Österreicher lag rasch mit 0:4 zurück und fand gegen das unkonventionelle Spiel seines Kontrahenten zunächst überhaupt keinen Rhythmus. Brunold agierte nahezu fehlerlos, variierte geschickt, setzte immer wieder gefühlvolle Stopps ein und entschied den ersten Satz nach nur 33 Minuten klar mit 6:1 für sich.

Der Steirer, der nach seiner mehr als sechsmonatigen Verletzungspause in Tulln sein zweites Match auf Sand bestritt, kam im zweiten Durchgang deutlich besser in die Gänge. Gleich zu Beginn wehrte er einen Breakball ab und nahm Brunold anschließend erstmals den Aufschlag ab. Der 25-Jährige zog auf 3:0 davon, doch der Eidgenosse ließ sich davon nicht beeindrucken und stellte auf 3:3. In der Folge entwickelte sich eine offene Partie, in der Misolic diesmal die Nerven behielt und sich den zweiten Satz im Tiebreak sicherte.

„Ich habe das ganze Match irgendwie mein Spiel gesucht. Ich habe wirklich versucht, alles zu geben, aber heute hat es leider nicht gereicht. Ich hatte immer das Gefühl, dass mein Ball im Vergleich zu seinem ziemlich langsam ist. Im zweiten Satz war es etwas anders, aber generell war ich heute eher der passive Spieler. Mit dem aggressiven Spiel hat es einfach nicht so geklappt“, bilanzierte Misolic.

Vor dem dritten Satz musste Misolic wegen muskulärer Probleme behandelt werden. Danach ähnelte das Bild wieder jenem des ersten Durchgangs: Brunold gelang früh das Break, während Misolic vor allem bei der Spieleröffnung mit Aufschlag und Return nicht genügend Druck entwickeln konnte. Der Österreicher kämpfte um den Anschluss, Brunold blieb jedoch konsequent und verwandelte nach rund 2:10 Stunden mit einer gechippten Rückhand zum Doppelbreak seinen ersten Matchball zum 6:1, 6:7 (2), 6:2. „Es waren heute ganz andere Bedingungen als in den letzten Tagen. Ich glaube, es war ein Vorteil, dass ich die Qualifikation gespielt habe, weil es dort ähnlich war wie heute“, erklärte Brunold. „Filip hat stark gespielt und vor allem im zweiten Satz stark gefightet.“

Heide und Reis da Silva makellos

In den beiden weiteren Einzelpartien ohne österreichische Beteiligung gaben sich die Brasilianer Gustavo Heide und Joao Lucas Reis da Silva keine Blöße. Der an Nummer zwei gesetzte Heide (ATP 128) hatte gegen den deutschen Qualifikanten Diego Dedura-Palomero (ATP 190) zunächst alles im Griff. Nach einem klaren ersten Satz kam Dedura-Palomero im zweiten Durchgang zwar deutlich besser ins Spiel, doch als es darauf ankam, legte Heide noch einmal zu und fixierte mit 6:1, 7:5 den Einzug in die nächste Runde. Ebenfalls ohne Satzverlust blieb Reis da Silva, der sich im rein brasilianischen Duell gegen Thiago Monteiro (ATP 280) souverän mit 6:3, 6:4 behauptete.

Auf Heide wartet nun am Freitag in der ersten Partie des Tages auf dem Center Court Brunold. „Ich habe vor zwei Jahren beim ATP-Turnier in Gstaad gegen ihn gespielt. Aber hier können alle Tennis spielen. Ich werde jetzt regenerieren und morgen wieder alles geben“, blickte der Schweizer bereits auf das nächste Duell voraus. Reis da Silva bekommt es danach mit dem letzten Österreicher im Turnier, Neumayer, zu tun. Und anschließend besitzt Maximilian Neuchrist die Chance auf den Einzug ins Doppelfinale: Der Wiener trifft mit dem Rumänen Victor Vlad Cornea, zusammen auf vier gereiht, auf die topgesetzten Daniel Cukierman (Israel) und David Poljak (Tschechien).

Neuchrist setzte sich mit Cornea am Donnerstag im österreichischen Viertelfinalduell mit dem Wildcard-Duo Timo Rosenkranz-König und Matthias Ujvary mit 6:1, 6:3 durch. Jonas Gundacker und Gregor Hausberger, die ihre Freikarte in der ersten Runde zu einem überraschenden Sieg genützt hatten, unterlagen hingegen den zweitgesetzten Milos Karol (Slowakei) und Andrew Paulson (Tschechien) im Kampf um einen Platz in der Vorschlussrunde mit 2:6, 4:6.

Der ORF überträgt am Freitag von 12:00 Uhr bis 14:45 Uhr live auf ORF SPORT+ sowie von 14:40 Uhr bis 16:43 Uhr live auf ORF 1. Alle Matches auf dem Center Court sind zudem wieder live auf ÖTV TV zu sehen, unter www.oetv.tv.

Die Tickets für die Turnierwoche sind an den oeticket-Vorverkaufsstellen, online unter http://www.oeticket.com/artist/noe-open oder während des Turniers vor Ort (Barzahlung) – solange der Vorrat reicht – erhältlich. Alle Informationen zu den NÖ Open powered by EVN finden Sie unter www.noeopen-tulln.at.

| Manfred Binder

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