Trotz Australian-Open-Aus: Bei Grabher geht’s „in die richtige Richtung“
Zum zweiten Mal in ihrer Karriere nach den French Open 2023 hatte Julia Grabher bei den Australian Open in Melbourne am Dienstag die zweite Hauptrunde eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Der Vorarlbergerin ist es am Donnerstag jedoch nicht gelungen, Anastasia Potapova in die Runde der letzten 32 nachzufolgen. Die Dornbirnerin (WTA 95) musste sich am frühen Morgen nach MEZ auf Court 13 im Melbourne Park der auf 31 gesetzten Russin Anna Kalinskaya (WTA 33) nach 1:13-stündiger Gegenwehr mit 3:6, 3:6 beugen. Potapova ist somit die letzte rot-weiß-rote Hoffnung in den Einzelbewerben. Die Neo-Österreicherin (WTA 55) eröffnet freitags um 1:30 Uhr nach MEZ den Spieltag in der Rod Laver Arena gegen die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka (Belarus).
Nach ihrem Auftakterfolg gegen Hobart-Turniersiegerin Elisabetta Cocciaretto (Italien) vom Dienstag konnte Grabher also nicht nachlegen und verabsäumte zumindest vorerst ihre Premiere in der dritten Runde eines Majors. „Es war ein bisschen schwierig, es war ziemlich windig. Insgesamt hat sich meine Gegnerin einfach besser darauf eingestellt“, bekannte sie nach dem Spiel gegenüber ServusTV. Ihre Fehlerquote sei schlicht zu hoch gewesen. „Trotzdem bin ich zweimal gut in den Satz gestartet, habe zweimal 2:0 gehabt und heute die Chancen ausgelassen.“ Dennoch steht die 29-Jährige in der Weltrangliste vor einem schönen Sprung nach vorne, sie nimmt im Liveranking nunmehr Platz 77 ein. „Insgesamt geht es sicher in die richtige Richtung. Ich habe einen guten Erstrundensieg hier gehabt, aber es heute leider nicht geschafft, mein Spiel so zu spielen, wie ich es mir vorgenommen habe.“
Oberleitner nimmt bei Debüt Grand-Slam-Sieger raus
Äußerst erfreulich ist der Donnerstag aus österreichischer Sicht dafür im Herrendoppel verlaufen. Auckland-Finalist Alexander Erler legte auf Court 5 zunächst vor: Der Tiroler fertigte mit seinem US-Partner Robert Galloway in der ersten Runde den australischen Lokalmatador Matthew Christopher Romios und Galloways Landsmann Ryan Seggerman in nur 54 Minuten mit 6:2, 6:3 ab. Neil Oberleitner setzte darauf auf demselben Platz bei seinem Grand-Slam-Debütauftritt spektakulär nach: Der Wiener bezwang mit dem Inder Narayanaswamy Sriram Balaji sensationell den fünffachen Grand-Slam-Doppelgewinner (inklusive Career Grand Slam) Pierre-Hugues Herbert (Frankreich) sowie den Wimbledon-Doppelfinalisten und US-Open-Doppelsieger 2024 Jordan Thompson (Australien) nach 2:43-stündigem Kampf mit 7:6 (4), 3:6, 7:6 (8). Lediglich Lucas Miedler verlor bei seiner Mixed-Doppelpremiere mit Vera Zvonareva (Russland) mit 3:6, 2:6 gegen das Wildcard-Duo Olivia Gadecki und John Peers aus dem Gastgeberland.
Balaji/Oberleitner hatten letzte Woche den ATP-75-Challenger in Nonthaburi für sich entschieden, hatten die Weiterreise nach Melbourne riskiert und waren als Alternates noch ins Feld gerutscht. Nun dürfen sie sich mit einem der stärksten Doppel der letzten Saisonen messen: Den auf vier gesetzten Marcelo Arevalo (El Salvador) und Mate Pavić (Kroatien), die zusammen bei den French Open 2024 triumphiert hatten. Nicht weniger fordernd ist die Aufgabe von Erler/Galloway: Die beiden treffen auf die zweitgereihten Titelverteidiger und ATP-Finals-Champions Harri Heliövaara (Finnland) und Henry Patten (Großbritannien). Im Gegensatz zu Erler und Oberleitner ist Miedler bereits am Freitag im Zweitrundeneinsatz: Der Niederösterreicher spielt im zweiten Match nach 1:00 Uhr MEZ in der ANZ Arena gegen Adam Pavlásek (Tschechien) / John-Patrick Smith (Australien). Potapova ist doppelt dran: Sie bestreitet nach ihrem Einzel als vierte Partie nach 1:00 Uhr MEZ auf Court 8 auch ihr Zweitrundendoppel mit Olga Danilović (Serbien) gegen Su-Wei Hsieh (Taiwan) / Jelena Ostapenko (Lettland).