Australian Open: Potapova nimmt Ex-US-Open-Siegerin raus
Anastasia Potapova sorgt bei ihrem dritten Turnier und ihrem ersten Grand-Slam-Start als Österreicherin weiterhin für Furore. Die 24-Jährige steht bei den Australian Open in Melbourne als erste ÖTV-Dame seit Yvonne Meusburger-Garamszegi 2014, gleichfalls in Down Under, bei einem der vier größten Events in der dritten Runde. Und das erneut mit einem aufsehenerregenden Sieg: Hatte Potapova ihre Erstrundenpartie gegen Suzanne Lamens (Niederlande) nach einem vermeintlich aussichtslosen 3:6,-1:5-Rückstand noch mit 3:6, 7:5, 6:2 gewonnen, so nahm sie nun mit Emma Raducanu die US-Open-Siegerin 2021 raus. Die rot-weiß-rote Rechtshänderin (WTA 55) setzte sich in der zweiten Runde am Mittwochmorgen nach MEZ gegen die auf 28 gesetzte Britin (WTA 29) mit 7:6 (3), 6:2 durch. Für Potapova ist es der sechste Grand-Slam-Drittrundeneinzug ihrer Karriere, der erste für Österreich. Im Kampf um ihr zweites Major-Achtelfinale nach den French Open 2024 wartet jetzt aber die wohl höchstmögliche Hürde: Sie bekommt es am Freitag mit keiner Geringeren als der Weltranglistenleaderin Aryna Sabalenka (Belarus) zu tun. Julia Grabher könnte Potapova noch unter die letzten 32 nachfolgen. Die Vorarlbergerin (WTA 95) hatte dienstags die frischgebackene Hobart-Gewinnerin Elisabetta Cocciaretto aus Italien (WTA 56) mit 7:5, 2:6, 6:4 bezwungen. Bei ihrem zweiten Zweitrundenauftritt bei einem Grand Slam nach den French Open 2023 fordert die 29-Jährige am Donnerstag um nicht vor 3:00 Uhr MEZ auf Court 13 im Melbourne Park die auf 31 gesetzte Russin Anna Kalinskaya (WTA 33).
Gegen Sabalenka „nichts zu verlieren“
So wie in ihrer Auftaktbegegnung erwischte Potapova in der ANZ Arena auch im ersten Duell mit Raducanu keinen allzu guten Start. Durch fünf Breaks in Serie zu Beginn war sie dreimal gezwungen, einen Aufschlagverlust wettzumachen, zum dritten Mal gelang ihr dies erst im letzten Moment zum 5:5. Im Tiebreak und im zweiten Durchgang gab sie dann aber klar den Ton an – und verwertete nach 1:32 Stunden Spielzeit ihren zweiten Matchball. „Ich bin sehr glücklich über den Sieg. Ich war im ersten Satz sehr nervös, ich glaube, Emma ist es genauso gegangen“, bekannte Potapova gegenüber ServusTV. Mit Sabalenka erwartet sie jetzt – mit Gewissheit auf einem der größten Plätze der Anlage – die Vorjahresfinalistin sowie jeweils zweifache Australian-Open- (2023, 2024) und US-Open-Triumphatorin (2024, 2025). „Aryna ist eine gute Freundin, ich mag sie sehr. Jedes Mal, wenn ich gegen sie spiele, lerne ich was Neues und sehe etwas, woran ich arbeiten muss.“ In den zwei vorangegangenen Vergleichen mit Sabalenka waren Potapova bisher insgesamt erst sieben Spielgewinne geglückt und in keinem Satz mehr als zwei, einmal konnte sie außerdem nicht antreten. „Ich habe nichts zu verlieren. Ich bin in der dritten Runde, ich habe einen gebrochenen Finger (linker Zeigefinger; Anmerkung) und ich habe immer noch Spaß am Tennis. Ich versuche, es zu genießen und gutes Tennis zu zeigen.“