Niederösterreichischer Tennisverband
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Danube Upper Austria Open powered by SKE: Neumayer im Viertelfinale

Im Doppel sorgen beim ATP-Challenger in Mauthausen Joel Schwärzler und Philipp Kohlschreiber für Highlights.
Verfasst von: Presseaussendung / Redaktion, 29.04.2026
© Manfred Binder
Lukas Neumayer gewann in Oberösterreich auch sein zweites Einzelmatch.

Mit einem starken Auftritt von Lukas Neumayer und einem beeindruckenden Doppelcomeback von Philipp Kohlschreiber an der Seite von Joel Schwärzler hat der Mittwoch bei den Danube Upper Austria Open powered by SKE (26. April bis 3. Mai 2026) aus österreichischer Sicht überzeugt. Während Neumayer mit einem umkämpften Zweisatz-Sieg gegen Vorjahresfinalist Tomás Barrios Vera erstmals beim ATP-100-Challenger in Mauthausen ins Viertelfinale einzog, sorgte das Doppel Kohlschreiber/Schwärzler mit einem grandiosen Erfolg für eines der Highlights des Tages.

Für den heimischen Höhepunkt auf dem Center Court bei den Danube Upper Austria Open powered by SKE in Mauthausen sorgte Lukas Neumayer. Der Salzburger (ATP 195) setzte sich in einem intensiven Achtelfinalduell gegen den sechstgesetzten Vorjahresfinalisten Tomás Barrios Vera aus Chile (ATP 123) mit 7:6 (4), 6:4 durch und zog nach 2:13 Stunden Spielzeit erstmals bei diesem Turnier ins Viertelfinale ein. Der 23-Jährige präsentierte sich von Beginn an fokussiert und zog sein Spiel konsequent durch. Mit druckvollen Grundschlägen erspielte er sich früh Vorteile und hatte bereits im ersten Satz die Chance zur Entscheidung. Doch Barrios Vera steigerte sich gegen Ende des Durchgangs, rettete sich ins Tiebreak – dort behielt der Österreicher jedoch die Nerven und holte sich den Satz. Auch im zweiten Durchgang startete Neumayer stark, sicherte sich ein frühes Break, musste dieses jedoch postwendend wieder abgeben. In einer umkämpften Phase blieb der Salzburger, der seinem Gegner erneut dessen Aufschlag abnehmen konnte, aber seiner Linie treu, agierte mutig und variabel und setzte sich schließlich entscheidend ab.

„Es waren zwei richtig schwierige Sätze. Ich habe es mir zwischenzeitlich selbst etwas kompliziert gemacht, aber ich wusste, dass ich das Niveau halten kann“, analysierte Neumayer. Besonders gegen das variantenreiche Spiel seines Gegners war volle Konzentration gefragt: „Seine Stopps sind extrem schwer zu lesen, vor allem am Anfang. Aber ich habe mich im Laufe des Matches immer besser darauf eingestellt.“ Auch körperlich zeigte sich der Salzburger nach zuletzt kleineren Problemen wieder stabil: „Der Rücken ist wieder gut, ich konnte mich gut vorbereiten – das hat man heute auch gemerkt.“ Mit dem Einzug ins Viertelfinale bestätigte Neumayer seine starke Form und darf sich nun auf das nächste Duell freuen. Am Freitag wartet mit dem serbischen Ex-Weltranglisten-27. Laslo Djere (ATP 267) ein erfahrener Gegner, den er bereits kennt: „Ich habe vor zwei Jahren schon einmal gegen ihn gespielt. Seitdem hat sich bei mir viel getan – ich habe mich weiterentwickelt und freue mich auf das Match.“

Blanch dreht Match nach schwachem Start

In der ersten Partie des Tages setzte sich der US-Amerikaner Darwin Blanch (ATP 244), Bezwinger von Jurij Rodionov, gegen den an Nummer drei gesetzten Franzosen Hugo Gaston (ATP 115) mit 3:6, 6:3, 6:0 durch. Nach einem klaren ersten Satz für Gaston, der mit viel Spielwitz agierte, kämpfte sich Blanch eindrucksvoll zurück. Der US-Amerikaner fand zunehmend Stabilität von der Grundlinie, erhöhte das Tempo und übernahm mehr und mehr die Kontrolle. Im dritten Satz ließ er seinem Gegner schließlich keine Chance mehr. „Ich wusste, dass es ein hartes Match wird. Er ist ein unangenehmer Spieler mit viel Gefühl. Am Anfang habe ich nicht gut ins Spiel gefunden und viele Fehler gemacht. Aber je länger das Match gedauert hat, desto besser habe ich meinen Rhythmus gefunden“, analysierte der 18-Jährige.

Entscheidenden Anteil hatte auch seine Steigerung bei eigenem Aufschlag: „Am Anfang gab es viele Breaks, was für mich untypisch ist. Später habe ich mit mehr Sicherheit und mehr Spielraum gespielt – das hat mir sehr geholfen.“ Nach 1:32 Stunden Spielzeit fixierte Blanch den Viertelfinaleinzug und trifft dort auf den tschechischen Qualifikanten Matthew Donald (ATP 540), der später Diego Dedura Palomero (ATP 304) eliminierte. „Ich kenne beide gut und wir haben schon gegeneinander gespielt. Das ist allerdings schon einige Zeit her“, so Blanch.

Djere behält in beiden Tiebreaks die Oberhand

Ein intensives Duell lieferten sich anschließend Djere und der viertgereihte Brite Jan Choinski. Der Serbe setzte sich am Ende mit 7:6 (2), 7:6 (6) durch – ein Ergebnis, das die Dramatik nur bedingt widerspiegelt. Choinski (ATP 119) erwischte den besseren Start und ging früh mit Break in Führung, doch Djere kämpfte sich zurück und dominierte schließlich das Tiebreak. Im zweiten Satz schien der Serbe bei einer 3:0-Führung mit Doppelbreak und später insgesamt sechs Matchbällen bereits auf der Siegerstraße, ehe Choinski zurückkam und sich erneut in den Tiebreak rettete. Dort behielt der Serbe dann erneut die Nerven.

„Es war schwierig. Ich hatte im zweiten Satz meine Chancen, habe sie aber nicht genützt, und dann wurde es kompliziert“, erklärte der 30-Jährige. Seine Erfahrung gab letztlich den Ausschlag: „Ich spiele schon viele Jahre und war oft in solchen Situationen. Irgendwann kommt man dann in ein Muster rein und man weiß, was man zu tun hat.“ Auf seinen nächsten Gegner Neumayer angesprochen, blieb der Serbe gelassen: „Mir ist es egal – ich werde bereit sein.“

Gelungenes Kohlschreiber-Comeback im Doppel

Für eines der Highlights des Tages sorgte das Doppel mit Philipp Kohlschreiber (Deutschland) und ÖTV-Ass Joel Schwärzler. Das Duo setzte sich nach einem nervenaufreibenden Match gegen das zweitgesetzte Duo Daniel Cukierman (Israel) und Trey Hilderbrand (USA) nach 6:8-Rückstand im Match Tiebreak mit 4:6, 7:6 (4), 10:8 durch und erspielten sich damit ein donnerstägiges Viertelfinalduell mit den Spaniern Alex Martinez und Bruno Pujol Navarro. Vor allem für den 42-jährigen Kohlschreiber war es ein besonderer Auftritt.

„Ich hatte ein großes Lächeln im Gesicht, weil das Schlimmste nicht eingetreten ist – dass ich zu alt, zu langsam oder zu schlecht bin“, sagte der Deutsche mit einem Augenzwinkern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich die Partie zu einem echten Schlagabtausch: „Am Ende haben wir richtig gute Punkte gesehen, auch wichtige Big Points im Tiebreak.“ Auch Schwärzler zeigte sich begeistert vom gemeinsamen Auftritt: „Das Erlebnis war natürlich top. Es hat extrem viel Spaß gemacht. Er hat mich mit seiner Energie angesteckt.“ Besonders schätzte der junge Vorarlberger die Erfahrung seines Partners: „Er hat mich mehr gecoacht als ich gedacht habe – das hat mir sehr geholfen.“

23:21! Marathonsieg für Kopp/Neumayer

Am Abend kam schließlich auch das zweite Doppel mit – in diesem Fall – 100 Prozent österreichischer Beteiligung weiter. Und das nach einem unglaublichen Krimi: Die mit einer Wildcard ausgestatteten Sandro Kopp und Neumayer rangen Billy Harris (Großbritannien) und David Vega Hernández (Spanien) nach 2:10-stündigem Fight mit 4:6, 7:6 (5) und 23:21 im Match Tiebreak (!) nieder. Das ÖTV-Duo wehrte dabei in der Entscheidung vier Matchbälle ab, ehe der zwölfte eigene Matchball endlich verwertet werden konnte. Ihre Viertelfinalgegner sind die Rumänen Alexandru Jecan und Bogdan Pavel. Es ist am Donnerstag das dritte Match nach 10:00 Uhr auf Court 1. Den Anfang macht der oberösterreichische Lokalmatador und Titelverteidiger Nico Hipfl mit dem Tschechen Michael Vrbenský gegen die topgesetzten Ivan Liutarevich (Belarus) und Filip Pieczonka (Polen), danach spielen Kopp/Neumayer.

Im Einzel wird es aus rot-weiß-roter Sicht im dritten Match des Tages auf dem Center Court besonders interessant. Da trifft Wildcard-Inhaber Kopp (ATP 317) um nicht vor 14:00 Uhr im Achtelfinale auf den spanischen Qualifikanten David Jordà Sanchis (ATP 384). ORF SPORT+ überträgt ab 14:00 Uhr, während auf ÖTV TV unter www.oetv.tv alle Matches auf dem Center Court ab 10:00 Uhr live zu sehen sind.

 

 

Ticketinformation

Die Tickets für die Turnierwoche sind an den oeticket-Vorverkaufsstellen, online unter www.oeticket.com oder während des Turniers vor Ort im Danubis Tenniszentrum (Barzahlung) – solange der Vorrat reicht – erhältlich. Sämtliche Informationen zu den Danube Upper Austria Open powered by SKE findet ihr unter www.danube-ooe-open.at.

| Manfred Binder

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